Notturno - Frédéric Chopin

Raul da Gama - World Music Report - Ontario Canada

Brasilien, vor allem bekannt für seine Fußballstars und Gitarristen, ist auch die Heimat von zwei großartigen Pianisten: João Carlos Martins, der zusammen mit Glenn Gould der führende Bach-Interpret ist, und die fabelhafte Eliane Rodrigues, die bereits mit drei Jahren erstmals auf dem Konzertpodium stand und mit ihrer frappierenden Fähigkeit, die den Menschen innewohnenden Leidenschaften zu interpretieren, eher prädestiniert zu sein scheint, sich Werken von Beethoven zu widmen. Auf Notturno allerdings hat sie bewiesen, dass Chopin zu spielen für sie nicht nur ebenso selbstverständlich ist, wie das Atmen, sondern sie sich geistig so sehr im Einklang mit der Musik des Komponisten befindet, dass sie in das selten erreichte Universum himmlischer Töne vordringt, wohin sie all diejenigen mitnimmt, die ihr ehrfürchtig schweigend zuhören.
Frédéric Chopin mag das „Nocturne" nicht erfunden oder die Idee dafür gehabt haben. Aber in seinen Händen wurde das kurze lyrische und träumerische Stück, das nicht notwendigerweise die Nacht umschreiben will, eine Form der melodischen Invention, die alle anderen kurzen Stücke an Ausdrucksstärke übertraf. Beim fantastischen Timing dieser einundzwanzig Stücke hier auf Notturno verwandelt Rodrigues die getragenen Werke des Meisters, indem sie ihnen die sangliche Qualität einhaucht, die an eine klassische Belcanto-Arie aus Bellinis Opern erinnert. In jedem der Nocturnes taucht sie in ihren gemeinsamen Geist ein, überspannt ihr grenzenloses emotionales Spektrum mit einer aristokratischer Majestät, die ihre Interpretationen von denen beinahe aller anderen Pianisten unterscheidet.
Es ist nicht schwer, dem pianistischen Charme von Eliane Rodrigues Chopin zu erliegen. Ihre Darbietung der Nocturnes ist in ihrer absoluten Schlichtheit und ihrer Direktheit des Ausdrucks atemberaubend. Die zarte Lyrik der Nocturnes scheint perfekt zu Rodrigues zurückhaltendem Stil und klaren Ton zu passen. Aber ihre Lesart der Stücke zeichnet sich vor allem durch die langen mäandernden Phrasen der rechten Hand mit ihrer fein gewebten Ornamentierung aus, die durch dezente Veränderungen der Betonung filigran geformt werden, die jede Nuance erkennen lassen. Die beiden Balladen Nr. 1 und 4, die diesen Reigen der Nocturnes begleiten, sind ebenfalls denkwürdig. Rodrigues spielt sie reich an überraschenden dramatischen Kontrasten mit Momenten lyrischer Zärtlichkeit, gefolgt von (den erforderlichen) Passagen stürmischer Energie.
Es gibt kaum eine überzeugendere Aufführung (auf dem großartigen Fazioli-Konzertflügel F278) der Nocturnes - von der agilen Wehmut der frühen bis zur emotionalen Tiefe der späteren Nocturnes - und der zwei Balladen, als auf Notturno von Eliane Rodrigues. Während der gesamten Einspielung zeigt sie so viel technische Beherrschung des Materials, dass sie diesen Stücken eine zusätzliche Dimension und Dramatik verleiht und doch vollkommen natürlich klingt.

https:/worldmusicreport.com/reviews/cds/eliane-rodrigues-notturno/

reviewgraveyard.com
Taking a page from Chopin’s own unwritten ballade narratives, Rodrigues includes text by Jantien Brys to accompany each nocturne, each one telling a sort of story without sacrificing the essential atmospheric nature of the nocturne.
Rodrigues’s performances, influenced by these new texts, bring the listener a new kind of emotional connection to Chopin and music.
If you're a collector of Chopin's work, or a classical fan in general, then this is an essential purchase.
10!
Darren Rea

http://www.reviewgraveyard.com/00_revs/r2017/music/17-10-13_notturno.html

textura.org - Peterborough - Ontario, Canada
Her eloquent renderings of the Polish composer's material wholly dissolve the separation that all musicians aspire to achieve between composer and interpreter.
The ballades are the most technically dazzling of the twenty-three performances (look no further than the first's coda as proof). Still, as impressive as the ballades are, it's her sensitive presentation of the softer material that leaves the strongest mark; among the memorable pieces are the quietly reverential eleventh, haunting twentieth, and liltingly lyrical twelfth.

http://textura.org/archives/r/rodrigues_notturno.htm

the WholeNote  - Toronto Canada
Her affection for the Nocturnes is more than wistful nostalgia. A passing reference in her notes suggests a very deep and personal experience made the sadness and melancholy of the Nocturnes profoundly meaningful to her. As if to underscore this, she uses quotations from a fictitious Chopin diary to capture the mood of each Nocturne.
The playing, however, is the proof of her ownership. Entirely consistent and sustained throughout both discs, her interpretations never stray from the beauty and terderness that Chopin poured into these pieces. Rodrigues never rushes anything. Arching phrases, ornaments and grace notes are all critical to completing the composer's every utterance, and she gives each one the time it needs to unfold. It's an arresting and beautiful performance.
Alex Baran - published 31 October 2017

http://www.thewholenote.com/index.php/booksrecords2/listening-room/27425-frederic-chopin-notturnp-eliane-rodrigues#review

Rodrigues’s performances, influenced by these new texts, bring the listener a new kind of emotional connection to Chopin and music.
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Darren Rea